Gastbeitrag: Von der Palme in den Mund

IHRE Eltern sind für drei Wochen zu Besuch in Costa Rica. Hier schreibt IHR Vater über die leckerste Kokosnuss seines Lebens.

 

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IHR Vater mit der urigen Kokosnuss

IHR Vater mit der urigen Kokosnuss

Am Strand unter lichten Palmenwedeln dösend, höre ich ein kurzes Rascheln, dann einen dumpfen Aufschlag, als wäre ein Stein auf den Boden geknallt. War das eine Kokosnuss?

Ungläubig schaue ich zwischen den vertrockneten Blättern nach. Da liegt sie. Ich bücke mich und greife nach etwas, das aussieht wie ein eingedellter Rugby-Ball mit verschrumpelter, hölzerner Haut.

Schwer wie eine Wassermelone und größer als mein Kopf

Bestimmt ist die Nuss unreif und faul und deshalb heruntergefallen. Neugierig greife ich trotzdem zu. Beim Schütteln höre ich das Plätschern der Milch.

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Jetzt will ich es wissen und beginne, die die Nuss umgebene Faserschicht zu entfernen, bis langsam der feste Kern zu sehen ist. Das Messer droht mehrfach, knirschend am Kern und in der dicken und harten Außenhaut abzubrechen.

ER kommentiert: „Wir brauchen eine Machete.“ Nach etwa einer halben Stunde halte ich die Kokosnuss, so wie ich sie aus dem Supermarkt kenne, endlich in meiner Hand.

Jetzt steigt die Spannung. Ist die Nuss ok? Ich bohre ein Loch durch den weichen Punkt oben an der harten Schale. Dann tropft die köstliche Milch in meinen Mund.

Die schweißtreibende Arbeit hat sich gelohnt, die Nuss ist noch gut. Jetzt die Schale öffnen. Ein Stein ist schnell gefunden. Knack!

Und das weiße Fruchtfleisch strahlt in der Sonne. Wir setzen uns in den Schatten der Kokospalmen und genießen ihre süße, erfrischende Frucht. Von der Palme in den Mund.

 

 

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  2 comments for “Gastbeitrag: Von der Palme in den Mund

  1. friedrich
    6. April 2015 at 23:33

    Da möchte man doch am liebsten gleich vor Ort bleiben – oder?

    • Werner
      9. April 2015 at 22:47

      das kannst du wohl meinen, im Gegensatz zu den entspannten Einheimischen habe ich gleich über die Konstruktion einer Maschine zum öffnen der Nüsse nachgedacht, also ganz angekommen bin ich noch nicht.

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