ER – Endlich brauchen wir Vierradantrieb

Mit dem Toyota über die Schotterpiste zu unserem Haus im Dschungel

Mit dem Toyota über die Schotterpiste zu unserem Haus im Dschungel

Autofahren war acht Monate auf Weltreise tabu. Wir wurden gefahren, im Passiv. Von Busbahnhof zu Busbahnhof. Von Stadt zu Stadt. Vorgegebene Route, „können wir hier mal eben halten?“ gab es nicht. 

Hinter den Bus-Fenstern erahne ich jedes Mal das echte Leben, Menschen vor ihren Häusern in der Mittagssonne, die Körbe flechten, Essen zubereiten oder einfach ruhen. Und nie kann ich halten, einfach mal aussteigen und das Dorf besichtigen.

Unser Geländewagen gibt mir dieses Stück Freiheit zurück. 

Endlich wieder lässig hinterm Lenkrad sitzen

Endlich wieder lässig hinterm Lenkrad sitzen

Ich steige in San José, der Hauptstadt von Costa Rica, in das silberne Auto. Extragroß, wegen der Koffer. Allradantrieb, wegen der Straßen. Und ein Lächeln auf meinen Lippen, als der Motor anspringt. Die Schnellstraße zur Karibikseite ist für Lateinamerika ausgezeichnet, wir können tatsächlich schnell fahren, also 50 oder 60 im Schnitt. Mit Vorderradantrieb und voll aufgedrehter Klimaanlage gleiten wir in Richtung untergehende Sonne.

Erst eine Woche später, in Dominical, eine neun-Stunden-Fahrt weiter, brauchen wir vier Räder, die den vollbepackten Koloss den Berg hochschieben. Erster Gang, Griff ans Lenkrad, Gas. IHRE Eltern und SIE halten sich an den Halterungen über den Köpfen fest, damit sie nicht hin und her schaukeln.

Vollgas durchs Wasser. Dank an IHREN Vater Werner, der fürs Foto sein trockenes Hemd einbüßte

Vollgas durchs Wasser. Dank an IHREN Vater Werner, der fürs Foto sein trockenes Hemd einbüßte

Die Räder brechen durch Schlaglöcher, über Steine. Meine erste Dschungel-Fahrt. Mit Motorbremse geht’s nochmal einen Hang runter – dann muss ich durch einen kleinen Flusslauf. Natürlich könnte ich mit Standgas ruhig durchs Wasser schleichen. Aber warum, wenn ein beherzter Tritt aufs Gaspedal den 1,5-Tonner mit so viel mehr Wucht durch den Fluss jagt?

Ein bisschen Freiheit, hier und da halten zu können. Rechts an dem kleinen Fruchtladen, links ins Dorf. Oder einfach runterschalten, Gas geben und mit 5000 Umdrehungen das Auto vorne Überholen.

Freiheit macht Spaß. 

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  1 comment for “ER – Endlich brauchen wir Vierradantrieb

  1. friedrich
    6. April 2015 at 23:25

    Das Kind im Mann mit dem entsprechenden Spielzeug!!!

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